Kirsten Bruhn – Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin

Kirsten Bruhn ist 3-fache Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin, 6-fache Weltmeisterin und 8-fache Europameisterin im Schwimmen. Ihr wurde 2004, 2008 und 2012 das „Silbernen Lorbeerblatt“ sowie 2012 der “Bambi” verliehen. 2006 wurde Kirsten Bruhn für den Laureus Sports Award in Barcelona nominiert. Und sie ist Protagonistin beim Dokumentarfilm „Gold-Du kannst mehr als du denkst“. Im Interview mit MANAGERS WAY spricht Kirsten Bruhn u.a. über ihren emotionalsten sportlichen Moment, über Ziele und zukünftige Projekte.

MANAGERS WAY: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Kirsten Bruhn: Sensibel, diszipliniert, Sportler.

Waren Sie eine gute Schülerin und was war Ihr Traumberuf während der Schulzeit?

Eine gute Schülerin war ich nicht. Eher befriedigend wie man im Schulnotensystem zu sagen pflegt. Mein Traumberuf war Tierärztin.

Was begeistert Sie am meisten an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Dass ich anderen helfen kann und mir dadurch einen Sinn im Leben geben kann.

Gab es Entscheidungen in Ihrer bisherigen Karriere, die Sie heute anders treffen würden?

Nein.

Welche Eigenschaften sind am wichtigsten, um sportlich erfolgreich zu sein?

Leidenschaft, Spaß, Ausdauer, Ehrgeiz, Disziplin und Talent.

Welches Buch oder welche Person hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Meine Eltern haben mich immer am meisten beeindruckt und das tun sie noch.

Bücher: „Blitz, der schwarze Hengst“ und „Die Päpstin“. Diese Bücher haben mich sehr beeindruckt. Es geht um Liebe, Leidenschaft und gegen Widerstände und Routine ankämpfen. Das was wir alle im Leben irgendwie erfahren. Ein ständiges Auf und Ab und ohne den inneren Glauben an sich selbst und die Idee oder das Ziel geht es nicht voran. Der Glaube und das Vertrauen an sich selbst und die „richtigen“ Menschen/ ein gutes Team um sich haben ist das A und O im Leben. Davon bin ich überzeugt!

Welcher Moment war einer der wichtigsten in Ihrer sportlichen Laufbahn?

2003 mein erster offizieller Weltrekord 100m Brust bei den Canadian Open in Edmonton. Das war so ein Schlüsselmoment. Er wird mir immer unvergessen sein. Wenn ich daran denke wird mir warm ums Herz und ich könnte weinen.

Haben Sie bestimmte Rituale oder Gewohnheiten, um sich immer wieder neu zu motivieren?

Selbstgespräche in denen ich mich zur Disziplin anrege und mir immer wieder sage: “Du musst der Motor sein, ohne dich und deinen Willen geht es nicht…also los!” Ich stelle mir vor wie ich mich vorstelle wenn ich mir gefalle und was ich alles dazu benötige um so zu sein. Dann komme ich wieder in die Spur und Verzicht, Schmerz und der innere Schweinehund sind wieder kontrollierbarer.

Welche Werbe-Maßnahmen waren die effektivsten und sinnvollsten für Ihre Karriere?

Meine Erfolge. Über den Erfolg bekommt man Aufmerksamkeit, Neugierde und Interesse. Das ist leider so in dieser Gesellschaft und unserer Welt. Erst wenn du herausstichst bist du Wert für Extras.

Gibt es noch berufliche Ziele, die Sie erreichen möchten oder Projekte, die Ihnen am Herzen liegen?

So gerne wäre ich noch beruflich kreativ in der Innenausstattung von Immobilien tätig. Das war ja mein Berufswunsch vor meinem Unfall 1991. Dann hätte ich gerne ein eigenes Logo / Design für Mode. Auch Bademode speziell für den Schwimmsport wäre ein Ideenmekka für mich. Eine eigene Schwimmhalle wo ich ganz nach meinen Ideen und Gestaltungen Schwimmkurse auch für Erwachsene anbieten kann.

Und ich würde gerne Rolli-Toiletten revolutionieren. Allgemein das Thema „Barrierearm“ und „Rollstuhlgerecht“ würde ich im architektonischen wie allgemeinen Verständnis gerne modernisieren und propagieren. Ebenso in Schulen, Universitäten, Firmen, Bahnhöfen und Flughäfen. Das täte wirklich Not!


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