Janik Jaskolski – CEO & Co-Founder, Semalytix

Janik Jaskolski

Janik Jaskolski ist CEO & Co-Founder bei Semalytix, einem Startup das in Echtzeit und auf künstlicher Intelligenz basierende, aussagekräftige Zusammenfassungen von Patientenerfahrungen liefert. Semalytix gehört laut Forbes zu den Top 10 innovativsten Startups in Deutschland. Zudem berichteten u.a. das Handelsblatt und TechCrunch bereits über Janik. Im Karriere-Interview mit MANAGERS WAY spricht er über seine Begeisterung für das Programmieren und Künstliche Intelligenz, seinen beruflich wichtigsten Moment und über Weiterbildungen und Ziele.

MANAGERS WAY: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Janik Jaskolski: Neugierig, beharrlich, optimistisch.

Waren Sie ein guter Schüler? Und was war Ihr Traumberuf während der Schulzeit?

Ich war im besten Fall ein durchschnittlicher Schüler. Ich habe mehr Zeit mit Science Fiction und Computern als mit Hausaufgaben verbracht und war im Unterricht oft ziemlich abgelenkt. Das hat sich mit Beginn meines Studiums radikal geändert, weil Kognitive Informatik und Künstliche Intelligenz mich zutiefst fasziniert haben. Da habe ich mich von Anfang an voll reingehängt, mich in Fachschaft, Fakultät und Forschungsgruppen engagiert. Eigentlich habe ich mein ganzes Leben danach ausgerichtet, so schnell so viel zu lernen wie ich konnte. In der Schule hatte ich noch einen Dreier-Durchschnitt, meinen Masterabschluss habe ich mit 1,0 gemacht.

Als ich sehr viel jünger war, wollte ich Pilot werden. Mit 15 stand für mich aber fest, dass ich Software entwickeln möchte. Es gibt einfach keine andere Disziplin, in der man Schöpfergeist, Kreativität und Handwerk so leicht, schnell und elegant kombinieren kann, um tatsächlich etwas Neues mit direktem Einfluss auf die Welt zu erschaffen.

Was begeistert Sie am meisten an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Der Gedanke, einen Beitrag zu einer nachhaltig besseren Welt zu leisten.

Welche konkrete Entscheidung aus Ihrer bisherigen Karriere würden Sie heute anders treffen?

Ich würde heute viel schneller nach erfahrenen Mentoren suchen. Man verliert viel zu viel Zeit mit Fehlern, die sich vermeiden lassen. Wenn man sich darauf fokussiert, guten Rat einzuholen, und sich in die Lage versetzt, Ratschlägen auch folgen zu können, kann man viel schneller agieren.

Welche Eigenschaften sind am wichtigsten, um beruflich erfolgreich zu sein?

Das Wichtigste ist es, neugierig zu sein. Das hilft aber nichts, wenn man nicht lernfähig und lernwillig ist. Wenn ich diese Fähigkeiten in Kombination mit Ambition finde, dann bin ich mir sicher, dass das jemand ist, der sehr erfolgreich sein wird.

Welches Buch oder welche Person hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Frank Schätzing – Der Schwarm. Ein geschickt geschriebener Weckruf, der heute noch mehr Relevanz besitzt, als er es im Erscheinungsjahr (2004) hatte. Auch in Krisensituationen, oder vielleicht gerade dann, ist es überlebenswichtig auf Wissenschaft und Vernunft zu hören. Mittlerweile ist “Der Schwarm” mein am häufigsten gehörtes Hörbuch.

Peter F. Hamilton – Commonwealth Saga. Hamilton hat eine unglaublich detaillierte Visionen einer hochtechnisierten Zukunft geschaffen. Star Trek hat etliche Erfindungen hervorgebracht, die wir heute im Alltag verwenden. Ich bin mir sicher, dass einige von Hamiltons Einfällen auch eines Tages Realität werden. Viele der wichtigsten Entwicklungen waren zuerst nur Ideen in einer Geschichte.

Welcher Moment war einer der wichtigsten in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Der Zuschlag des ersten Investments durch Fly Ventures.

Das war nach zweieinhalb Jahren Prototyping und Entwicklung der Startschuss, um aus der Idee von Semalytix ein Start-Up zu machen. Mit diesem Investment hat sich meine Rolle sprunghaft verändert. Doch nicht nur das, es hat für uns als Team einfach alles verändert, weil wir ab da endlich in ganz anderen Geschwindigkeiten und Größenordnungen denken konnten.

Haben Sie bestimmte Rituale oder Gewohnheiten, um sich immer wieder neu zu motivieren?

Nein, ich glaube, wenn man Rituale braucht, um Motivation zu finden, dann macht man nicht das Richtige. Wenn man für sich die richtige Mission und Vision gefunden hat, dann ergibt sich die Motivation meiner Meinung nach von selbst. Viel wichtiger als Motivation finde ich eine gewisse Opferbereitschaft. Wenn man ein Start-Up gründet, dann macht man für die nächsten fünf bis zehn Jahre nichts anderes. Das ist ein langer, oft isolierter und kompromissloser Weg, der vielleicht nicht zum Erfolg führt. Wenn man sich nicht sicher ist, ob man das möchte, dann sollte man nicht gründen.

Was ich mache, was allerdings kein explizites Ritual ist: Ich lese sehr viel über Fortschritte in der Medizin, Physik und im Engineering. Da ist alles dabei von Aquaponics bis Raumfahrt. Das sind für mich auch immer die spannendsten Gesprächsthemen. Ich schätze, dass man das vielleicht als motivierendes Ritual bezeichnen könnte, weil es mich immer wieder daran erinnert, mit welch großen Schritten die Menschheit in die Zukunft geht. Davon möchte ich ein Teil sein. Am Ende geht das, nach meinem Geschmack, nämlich alles immer noch viel zu langsam.

Welche Aus- oder Weiterbildung war die effektivste und sinnvollste für Ihre Karriere?

Neben dem Studium wahrscheinlich der Start-up-Accelerator der Founders Foundation in Bielefeld. Dort haben wir aufgezeigt bekommen, welch großes Potential wir haben, aber auch wie wir wirklich und nachhaltig ein Business aufbauen. Wir haben uns auch als Menschen enorm weiterentwickeln können.

Gibt es noch berufliche Ziele, die Sie erreichen möchten, oder Projekte, die Ihnen am Herzen liegen?

Neben Semalytix habe ich noch ein paar andere Ideen, die ich in der Zukunft gerne verfolgen würde. Einige davon beziehen sich auch auf Healthcare. Es gibt noch so viel Potenzial und so viele Probleme, die gelöst werden müssen. Dank SpaceX hat sich die Menschheit aber auch wieder, zum ersten Mal seit der Mondlandung, in die Raumfahrt verliebt und mir geht es da nicht anders.


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