Eine elegante Geschäftsfrau in stilvoller Kleidung sitzt entspannt in einem Raum, lächelt und telefoniert.

Selbstfürsorge für Führungskräfte: Warum persönliche Pflege nicht zu kurz kommen sollte

10 Min.Von Managers Way Redaktion

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Führungskräfte kennen das Problem: Der Kalender ist voll, Entscheidungen warten und zwischen zwei Meetings landet bereits die nächste Aufgabe im Posteingang. Für die eigenen Bedürfnisse bleibt da oft nur ein Gedanke: später. Nur wann ist dieses „später“?

Selbstfürsorge wird im Berufsleben häufig mit großen Auszeiten verbunden. Ein Wellness-Wochenende, ein freier Nachmittag oder ein Urlaub können guttun – lassen sich aber nicht immer spontan in einen vollen Führungsalltag integrieren.

Selbstfürsorge beginnt nicht erst bei bewussten Auszeiten. Sie findet auch in kleinen Routinen statt, die im Alltag Bestand haben. Dazu gehört für viele Menschen auch die persönliche Pflege.

Wenn der eigene Kalender immer zuletzt kommt

Wer Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden oder ein Unternehmen trägt, muss seine Zeit ständig priorisieren. Im hektischen Alltag haben dringende Aufgaben meist Vorrang. Was nicht sofort erledigt werden muss, wird dagegen schnell aufgeschoben – auch die eigenen Bedürfnisse.

Eine Pause wird verschoben. Der Sporttermin fällt aus. Der Friseur- oder Kosmetiktermin wird abgesagt. Aus einer Ausnahme wird irgendwann eine Gewohnheit.

Das ist nachvollziehbar. Dennoch entsteht ein interessanter Widerspruch: Im Management wird Zeit als knappe und wertvolle Ressource behandelt. Für die eigene Zeit gelten dagegen oft andere Maßstäbe. Selbstfürsorge beginnt deshalb nicht unbedingt mit mehr Freizeit. Sie beginnt damit, die eigene Zeit ebenfalls als wertvoll zu betrachten.

Selbstfürsorge sollte kein weiteres Leistungsziel werden

Führungskräfte arbeiten häufig mit Zielen, Kennzahlen und klaren Prioritäten. Bei der persönlichen Selbstfürsorge stößt diese Denkweise jedoch schnell an Grenzen. Wird auch die eigene Erholung zum Optimierungsprojekt, kann daraus zusätzlicher Druck entstehen.

Dann wird plötzlich gemessen, wie viele Trainingseinheiten absolviert wurden, wie lange meditiert wurde oder wie konsequent eine Pflegeroutine eingehalten wird. Dabei darf Selbstfürsorge auch etwas sein, das nicht effizient sein muss.

Eine kurze Pause muss kein messbares Ergebnis liefern. Ein Spaziergang muss nicht auf die persönliche Leistungsbilanz einzahlen. Und ein Termin für persönliche Pflege muss nicht erst dann gerechtfertigt sein, wenn er einen konkreten beruflichen Nutzen hat. Nicht alles, was im Alltag guttut, muss sich rechnen.

Vier Bereiche, die im Führungsalltag schnell zu kurz kommen

Selbstfürsorge kann für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Bestimmte Bereiche kommen bei hoher beruflicher Belastung jedoch besonders häufig zu kurz.

1. Erholung

Lange Arbeitstage und ständige Erreichbarkeit können dazu führen, dass die Grenze zwischen Beruf und Freizeit verschwimmt. Bewusst eingeplante Erholungszeiten helfen dabei, diese Grenze wieder sichtbarer zu machen.

2. Bewegung

Wer einen großen Teil des Tages in Meetings oder am Schreibtisch verbringt, bewegt sich im Alltag häufig weniger als beabsichtigt. Dafür muss nicht jedes Mal ein komplettes Workout eingeplant werden. Ein Spaziergang zwischen zwei Terminen oder kurze Bewegungspausen können bereits für mehr Bewegung im Tagesablauf sorgen.

3. Ernährung

Auch die Ernährung gerät bei Zeitdruck schnell in den Hintergrund. Zwischen zwei Terminen bleibt dann oft nur Zeit für einen schnellen Snack. Mit etwas Vorbereitung lässt sich der Alltag in diesem Punkt leichter strukturieren.

4. Persönliche Pflege

Haut- und Haarpflege, die Pflege der Hände oder persönliche Termine stehen bei hoher beruflicher Belastung ebenfalls schnell hinten an. Regelmäßige Routinen können helfen, dafür weiterhin Zeit einzuplanen.

Was eine gute Routine wirklich leisten muss

Wie viel Raum für Selbstfürsorge bleibt, hängt vom jeweiligen Alltag ab. Eine praktikable Routine muss deshalb auch mit wenig Zeit und einem wechselnden Tagesablauf funktionieren.

Für Führungskräfte können deshalb drei Eigenschaften besonders wichtig sein:

  1. Alltagstauglichkeit: Die Routine sollte sich mit wenigen, unkomplizierten Schritten in den Alltag integrieren lassen.
  2. Flexibilität: Sie sollte auch an Tagen funktionieren, an denen der Terminkalender besonders voll ist.
  3. Regelmäßigkeit: Entscheidend ist, dass sich eine Routine regelmäßig und ohne großen Aufwand umsetzen lässt.

Das gilt auch für die persönliche Pflege. Statt die Morgenroutine mit zahlreichen Produkten zu überladen, kann eine überschaubare Basis sinnvoller sein. Reinigung, passende Pflege und ein Styling, das zum eigenen beruflichen Umfeld passt, lassen sich in wenigen Schritten umsetzen.

Zwischen Kundentermin und Mitarbeitergespräch

Der Führungsalltag folgt selten einem festen Ablauf. Auf ein internes Meeting kann ein Kundentermin folgen, am Abend steht vielleicht noch eine Veranstaltung an. Das eigene Erscheinungsbild muss zu unterschiedlichen Situationen passen.

Dabei geht es nicht darum, jederzeit perfekt gestylt zu sein. Wie ein professionelles Auftreten aussieht, hängt von der Branche, der Position, der Unternehmenskultur und nicht zuletzt vom persönlichen Stil ab.

Für viele Menschen gehören eine gepflegte Haut, ein ordentliches Styling oder ein insgesamt gepflegtes Erscheinungsbild einfach dazu, sich im beruflichen Umfeld wohlzufühlen.

Wer die persönliche Pflege gezielt auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen möchte, kann dabei auf professionelle Kosmetik und persönliche Beratung zurückgreifen.

Was Führungskräfte aus dem eigenen Kalender streichen sollten

Zeitmanagement bedeutet nicht nur, den Kalender besser zu füllen. Manchmal geht es vielmehr darum, ihn bewusst leerer zu machen. Aufgaben zu delegieren gehört zu guter Führung und kann auch im persönlichen Alltag Freiräume schaffen.

Ein vollständig verplanter Kalender lässt wenig Spielraum für spontane Aufgaben oder persönliche Bedürfnisse. Daher lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die eigene Terminplanung:

  • Welche Termine sind wirklich notwendig?
  • Welche Aufgaben können delegiert werden?
  • Welche Meetings könnten kürzer sein?
  • Wo entstehen unnötige Unterbrechungen?
  • Welche persönlichen Termine werden immer wieder verschoben?
  • Wo wird Arbeitszeit mit vermeintlicher Dringlichkeit gefüllt?

Mehr Selbstfürsorge bedeutet nicht zwangsläufig, dem Tag weitere Aufgaben hinzuzufügen. Manchmal entsteht sie vielmehr dadurch, bewusst auf etwas zu verzichten.

Persönliche Pflege als kleine Unterbrechung

Kosmetik und Körperpflege können auch eine Pause vom Arbeitsalltag ermöglichen. Ein Termin bei der Kosmetikerin schafft einen festen Zeitraum, in dem berufliche Aufgaben für eine Weile in den Hintergrund treten.

Ein solcher Termin ist damit natürlich keine Lösung für beruflichen Stress. Er kann aber einen festen Zeitraum schaffen, in dem persönliche Bedürfnisse neben den beruflichen Anforderungen nicht zu kurz kommen.

Kleine Gewohnheiten sind leichter durchzuhalten

Große Veränderungen können gerade zu Beginn motivierend wirken. Langfristig sind es jedoch häufig die kleinen Gewohnheiten, die sich dauerhaft in den Alltag integrieren lassen. Dazu können eine feste Morgenroutine, ein Spaziergang nach dem letzten Termin oder ein regelmäßig eingeplanter persönlicher Termin gehören.

Wer eine neue Gewohnheit etablieren möchte, muss nicht mit dem maximal möglichen Aufwand beginnen. Hilfreicher kann die Frage sein: Was lässt sich auch in einer stressigen Woche regelmäßig umsetzen? Die Antwort bietet oft eine realistischere Grundlage für eine langfristige Routine.

Selbstfürsorge ist keine Belohnung für einen erfolgreichen Tag

Ein weiterer Denkfehler besteht darin, persönliche Bedürfnisse erst dann zu berücksichtigen, wenn alle beruflichen Aufgaben erledigt sind. Gerade bei Führungskräften gibt es jedoch selten einen klaren Zeitpunkt, an dem tatsächlich alles abgeschlossen ist. Meist wartet bereits die nächste E-Mail, Entscheidung oder Aufgabe.

Wenn Selbstfürsorge an einen vollständig abgearbeiteten Aufgabenstapel geknüpft wird, bleibt sie häufig auf der Strecke. Persönliche Routinen müssen nicht erst verdient werden. Sie können unabhängig vom Arbeitspensum einen festen Platz im Alltag haben. Nicht als Belohnung. Nicht als Luxus. Sondern als normalen Bestandteil des eigenen Lebens.

Auch der eigene Name gehört auf die Prioritätenliste

Führungskräfte müssen täglich Prioritäten setzen. Dabei sollte die eigene Person nicht automatisch am Ende der Liste stehen. Selbstfürsorge muss weder kompliziert noch zeitaufwendig sein. Entscheidend ist vielmehr, Routinen zu finden, die sich auch in einen anspruchsvollen Alltag integrieren lassen. Persönliche Pflege kann ebenso dazugehören wie Bewegung, Erholung oder bewusst eingeplante freie Zeit.

Wer den eigenen Kalender regelmäßig überprüft, unnötige Aufgaben reduziert und kleine persönliche Routinen fest im Alltag verankert, gewinnt dadurch nicht automatisch mehr Stunden am Tag. Es entsteht jedoch etwas, das im Führungsalltag ebenso wertvoll sein kann: bewusst eingeplante Zeit für sich selbst.