Sebastian Czaja – Vorsitzender der Berliner FDP-Fraktion

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Sebastian Czaja ist Politiker der FDP und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Er wurde bereits 2x in die „Junge Elite – die Top 40 unter 40“ des Wirtschaftsmagazins “Capital” gewählt. In unserem Karriere-Interview spricht Sebastian Czaja über seine Schulzeit, seine Rituale und über seine beruflichen Ziele.


MANAGERS WAY: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Sebastian Czaja: Energiegeladen, neugierig und zielstrebig.

Waren Sie ein guter Schüler und was war Ihr Traumberuf während der Schulzeit?

Mir war immer klar, ich will anpacken. So habe ich damals schon zur Schulzeit mit Freunden die Initiative ergriffen und z.B. den Pausenhof neugestaltet. Ich mag es, am Ende des Tages zu sehen, was erreicht wurde. Darum hat mich das Handwerk schon immer fasziniert. Dort begann ich eine Ausbildung.

Was begeistert Sie am meisten bei Ihrer Arbeit als Politiker?

Mich begeistert der tagtägliche Wettstreit der Ideen. Man lernt nie aus, immer kommt etwas Neues dazu – eine neue Erkenntnis oder ein neuer Umstand, den es zwingend zu beachten gilt. Kein Tag ist wie der andere, was gut ist aber einen auch in Demut übt.

Gab es Entscheidungen in Ihrer bisherigen Karriere, die Sie heute anders treffen würden?

In jedem Leben gibt es Entscheidungen, die man in der Retrospektive anders treffen würde. Alles andere wäre fatal, denn man kann ja nicht bei seiner Meinung bleiben, wenn man neue Erkenntnisse erlangt hat, die der alten Ansicht entgegenstehen.

Früher war ich zum Beispiel strikt gegen die Entkriminalisierung von Cannabis. Aber ich habe dazu gelernt: eine geordnete Abgabe bringt viele Vorteile mit sich, zum Beispiel die Möglichkeit eines besser umsetzbaren Jugendschutzes. Wir sehen außerdem in den USA, dass sich daraus ein Business entwickelt, das den Schwarzmarkt egalisiert, Diese Punkte waren für mich überzeugend, meine Meinung dahingehen zu ändern.

Welche Eigenschaften sind am wichtigsten, um beruflich erfolgreich zu sein?

Glaubwürdigkeit, Ausdauer und Durchsetzungskraft. Das ist die Währung im beruflichen, privaten und politischen Leben.



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Welches Buch oder welche Person hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Ich mag Personen die eine zupackende Ausstrahlung und den Willen zur Veränderung mitbringen. Herta Heuwer ist so eine Person. Aufgewachsen während zwei Weltkriegen, war sie zunächst Trümmerfrau in Berlin und gründete dann ein kleines Unternehmen. Um genau zu sein: einen kleinen Imbiss, in dem sie nichts Geringeres als die Currywurst erfand.
Das sind so kleine Geschichten, die mich zutiefst beeindrucken und die sich überall auf der Welt finden. Es gibt viele starke Frauen und Männer, die unser Leben bereichern, auch wenn wir ihren Namen vielleicht nicht sofort kennen.

Was war das größte berufliche Erfolgserlebnis, das Sie bisher hatten?

Das war definitiv der Wiedereinzug der Freien Demokraten ins Abgeordnetenhaus von Berlin im September 2016, den ich als Spitzenkandidat anführen durfte. Viel wichtiger aber als sich auf Erfolgserlebnissen auszuruhen ist der Wille den nächsten Erfolg zu erringen. Ich will die Kräfte Berlins endlich wieder entfesseln und unserer Stadt wieder eine Zukunft geben. 2021 wird ein spannendes und wichtiges Jahr für unsere Stadt.

Haben Sie bestimmte Rituale oder Gewohnheiten, um sich immer wieder neu zu motivieren?

Ja, die gibt es. Für mich zählt dazu auf jeden Fall das Laufen. Es macht den Kopf frei, baut Stress ab und außerdem ist es einer der wenigen Momente in hektischen Wochen, in denen ich einfach Zeit für mich allein habe. Mein Tag startet außerdem fast immer damit, dass ich meine Tochter in die Kita bringe – eigentlich das schönste Ritual meines Alltags, wenn man so will.


Welche Marketing-­Tools haben Sie für sich genutzt, um sich als Politiker besser am Markt zu positionieren?

Politik funktioniert nicht einfach, indem eine Marketingabteilung mal eben eine B2C oder B2B-Strategie aufsetzt und das wird dann so durchgezogen bis die KPIs stimmen und das Produkt genügend Gewinn abwirft. Wir versuchen aber schon auch klassische Marketing-Instrumente und Strategien zu nutzen. Nach wie vor ist es aber am wichtigsten, dass man keine Gelegenheit zum Gespräch auslässt und zuhört, und dabei ganz klar für seine Überzeugungen einsteht.
Der wichtigste USP für Politiker ist die eigene Haltung. Ich habe außerdem ein sehr engagiertes und innovatives Team, das immer wieder neue Wege gehen will und Formate und Tools testet. So kam es zum Beispiel, dass ich damals einer der ersten Politiker bei Snapchat war – gibt es das überhaupt noch? – was uns enorm dabei geholfen hat, dann später Instagram und vor allem Instastories sofort für unsere Zwecke zu nutzen.

Gibt es noch berufliche Ziele, die Sie erreichen möchten oder Projekte, die Ihnen am Herzen liegen?

Es ist kein Geheimnis, dass wir nächstes Jahr ein gutes Ergebnis bei der Abgeordnetenhauswahl holen und danach in eine Regierung eintreten wollen. Das ist mein Fokus!


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