Monika Wiederhold, Vorstand bei der Amadeus Fire Group, über die Bedeutung von KI-Bildung für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Sie teilt prägende Momente ihrer Karriere, vom Krisenmanagement bei der Deutsche Lufthansa bis zu unkonventionellen Entscheidungen, die sie zu ihrer heutigen Rolle führten. Ihr Fokus liegt auf Innovation, Vernetzung und der Förderung von KI-Kompetenzen im B2B-Bereich.
Frau Wiederhold, mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?
Neugierig, kreativ und vernetzungsstark. Ich verbinde gern Ideen und Menschen. Immer mit einem klaren Anspruch an Umsetzung und Wirkung.
Was begeistert Sie am meisten an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Die Sinnhaftigkeit. Ich kann einen persönlichen Beitrag zur Bildung leisten – und damit zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Gerade der beschleunigte Aufbau von KI-Kompetenzen ist entscheidend. Bildung ist unser wichtigster Wettbewerbsfaktor in Deutschland, wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
Gab es Entscheidungen in Ihrer Karriere, die Sie heute anders treffen würden?
Beruflich nicht. Ich hatte das Privileg viele sehr attraktive Positionen in großartigen Unternehmen angeboten zu bekommen und den Mut diese zu übernehmen.
Welche Eigenschaften sind aus Ihrer Sicht entscheidend für beruflichen Erfolg?
Leistungsbereitschaft und Leidenschaft stehen an erster Stelle. Dazu kommt die Fähigkeit, ein gutes Netzwerk aufzubauen und wirklich kollaborativ zu arbeiten. Und: Mut zu unkonventionellen Maßnahmen. Natürlich gehören auch eine solide Ausbildung, soziale Kompetenz und breite Erfahrung dazu.
Welches Buch oder welche Persönlichkeit hat Sie besonders geprägt?
Die Biografien von Mahatma Gandhi und Nelson Mandela. Es ist unglaublich, was der unbedingte Wille und das kompromisslose Commitment einzelner Menschen unter extremen Bedingungen friedlich bewirken können. Letztlich entstehen Erfolge und Innovationen, persönliche, politische, technologische oder unternehmerische, immer aus dieser inneren Haltung heraus.

In eigener Sache >
Präsentieren Sie sich im Umfeld von Führung & Management.
Welcher Moment war besonders prägend für Ihre Laufbahn?
Der 11. September 2001. Als sehr junge Managerin war ich Leiterin der Einsatzplanung des fliegenden Personals bei der Deutschen Lufthansa. Von einer Sekunde auf die andere, Teil eines professionellen Management-Teams in einer massiven Ad-hoc-Krise zu sein, unvorbereitet gefordert zu werden und unter enormem Druck Lösungen zu finden. Das war prägend. Ich habe gelernt, wie Krisenmanagement wirklich funktioniert. Mein damaliges Gefühl, dass es kaum schlimmer kommen kann, hat sich bis heute bestätigt.
Gab es auch eine grundsätzliche Richtungsentscheidung?
Ja. Nach einem Teaching-Aufenthalt an der University of Massachusetts habe ich mich gegen den geplanten Antritt einer Promotionsstelle und damit gegen eine akademische Laufbahn entschieden. Stattdessen bin ich nach Südamerika gereist und habe in Uruguay eine erste Position gefunden. Diese Entscheidung hat mir als junge Diplom-Mathematikerin den Weg in die Reisebranche eröffnet. Dies hat letztlich viel besser zu mir gepasst als eine Promotion.
Welche eigenen „Werbemaßnahmen“ waren für Ihre Karriere am wirkungsvollsten?
Über alle Stationen hinweg war es entscheidend, ein engagiertes, kollaboratives und unkompliziertes Profil aufzubauen. Dies gilt sowohl für informelle wie auch professionelle Netzwerke und kollegiale Zusammenarbeit. Viele der guten Kontakte im Laufe meines Berufslebens haben sich teilweise noch Jahre später sehr positiv in einem ganz anderen Kontext entwickelt.
Gibt es noch Ziele oder Projekte, die Ihnen besonders am Herzen liegen?
Ganz klar: die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands durch KI-Bildung massiv zu stärken. Mein Fokus liegt auf Corporate AI Learning im B2B-Umfeld und auf Kooperationen. Außerdem faszinieren mich Plattform-Businessmodelle. Sie aufzubauen, zu skalieren und beratend zu begleiten. Eine bestimmte Position treibt mich dabei weniger an als die Möglichkeit, Wirkung zu entfalten.
