Katrin Müller-Hohenstein – Fernseh- und Sportmoderatorin

katrin müller-hohenstein

Katrin Müller-Hohenstein ist Fernseh- und Sportmoderatorin. Sie moderierte Fußball Welt- und Europa-Meisterschaften, Olympische Spiele und seit 2006 “das aktuelle sportstudio” im ZDF. 2012 wurde sie mit der “Goldenen Kamera” ausgezeichnet. Im Karriere-Interview mit MANAGERS WAY spricht sie über Ihre Kindheit, über Erfolgseigenschaften und über ihren beruflich wichtigsten Moment.


MANAGERS WAY: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Katrin Müller-Hohenstein: Unbekümmert, fröhlich, fleißig.

Welchen Rat geben Sie einem motivierten Menschen, der vor dem Eintritt in das Berufsleben steht?

1. Finde heraus, wofür Du wirklich brennst. Nimm Dir dafür richtig viel Zeit. 2. Finde heraus, ob Du dafür auch eine Begabung hast. 3. Sei sehr fleißig, man bekommt selten etwas geschenkt und es fällt auch nix vom Himmel.

Was begeistert Sie am meisten an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Dass ich mich in erster Linie mit Dingen beschäftigen darf, die mich ohnehin interessieren. Das, was ich tue, fühlt sich für mich gar nicht so sehr nach Arbeit an. Anstrengend ist es trotzdem manchmal, aber das steckt man so leichter weg.

Gab es Entscheidungen in Ihrer bisherigen Karriere, die Sie heute anders treffen würden?

Ich glaube, dass alle Entscheidungen letztlich für etwas gut sind. Mit einer Ausnahme: Zeitverschwendung. Ich wäre unglücklich, wenn ich heute das Gefühl hätte, ich wäre irgendwo zu lange geblieben oder hätte irgendwie anders Zeit verschwendet. Zum Glück ist das nicht der Fall.

Welche Eigenschaften sind am wichtigsten, um beruflich erfolgreich zu sein?

Begeisterung für die Sache, Begeisterung für die Sache und Begeisterung für die Sache. Ein bisschen Glück kann am Ende sicher auch nicht schaden, aber das kommt ja dann manchmal auch von alleine.


Welches Buch oder welche Person hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Tatsächlich meine Eltern. Die haben mich immer machen lassen. Ich war ein sehr abenteuerlustiges Kind, saß mit sieben Jahren schon oben im Baum und habe den Nachbarn im 4.Stock zum Fenster reingeschaut. Meine Eltern haben mich nie gebremst. Ich durfte alles ausprobieren. Und mein Vater hatte als Universitätsprofessor nie ein Problem damit, dass seine Tochter nicht studieren wollte. Das rechne ich ihnen heute hoch an. Außerdem hatte ich einen großen Bruder, mit dem ich mich als Kind viel gekloppt habe. Heute muss ich sagen: er hat mich fürs Leben stark gemacht, mich haut so schnell nix um.

Welcher Moment war einer der wichtigsten in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Der Moment, als ein Kollege vom Radio vor 15 Jahren zu mir gesagt hat: „Du, die suchen beim ZDF Sportstudio eine Frau. Ruf da mal an, Du kannst das.“ Das habe ich dann gemacht.

Haben Sie bestimmte Rituale oder Gewohnheiten, um sich immer wieder neu zu motivieren?

Nein, gar nicht. Mich muss an nicht motivieren. Ich kenne auch keinen Schweinehund.

Welche Werbemaßnahmen waren die effektivsten und sinnvollsten für Ihre Karriere?

Im übertragenen Sinne: Ein Länderspiel 2009 zwischen Russland und Deutschland. Ich war damals die erste Frau, die im deutschen Fernsehen ein Länderspiel präsentiert hat. Auch wenn mir die Tatsache als solches völlig schnuppe ist, so war das doch für die Karrieren von anderen jungen Frauen im Sportbereich vielleicht auch hilfreich.



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Gibt es noch berufliche Ziele, die Sie erreichen möchten oder Projekte, die Ihnen am Herzen liegen?

Es steht mir überhaupt nicht zu, noch mehr zu wollen. Abgesehen davon: Was sollte ich denn beruflich noch erreichen wollen, ich hab doch alles erreicht. Ich war bei sieben Fußball Welt- und Europameisterschaften, bei sechs Olympischen Spielen, beim Ironman auf Hawaii. Am Herzen liegen mir heute junge Frauen, denen ich gerne zurufen würde: Ihr seid gut, traut Euch was, meldet Euch nicht nur mit einer Hand. Und lasst bitte den ganzen Influencer-Quatsch sein.

Foto: Martin Hangen / T&T


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