Bastian Krautwald – CEO, deineStudienfinanzierung

bastian krautwald

Bastian Krautwald ist Mit-Gründer und CEO von dem Fintech deineStudienfinanzierung, die führende digitale Plattform, die Studierende von der Antragstellung bis zum letzten zurückgezahlten Euro bei der Finanzierung des Studiums unterstützt. DeineStudienfinanzierung war 2019 Teil der VOX-Gründershow “Die Höhle der Löwen”. Zudem berichteten bereits das Handelsblatt, die Gründerszene, die Süddeutsche Zeitung sowie die Zeit über Bastian Krautwald und sein Unternehmen. Im Karriere-Interview mit MANAGERS WAY spricht er über seine mögliche Karriere als Handballprofi, seine Begeisterung für Finanzen und Startups und über Erfolg und Inspiration.

MANAGERS WAY: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Bastian Krautwald: Ich würde sagen pragmatisch, fokussiert und unheimlich wissbegierig.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Meine gesamte Kindheit war von viel Sport geprägt, vor allem von Handball. Mit dem SC Magdeburg als unmittelbares Umfeld habe ich in verschiedenen Teams bis zur dritten Bundesliga wöchentlich bis zu 10-mal trainiert sowie gespielt. Mein Traumberuf war also ganz klar Handballprofi. Aber mit zunehmendem Alter hatte ich das Gefühl, dass der Weg nicht voll zu mir passt und vielleicht war ich auch etwas zu klein. Ich wollte es wissen, habe mich gegen den Profisport entschieden und bin in die Weltstadt Berlin gegangen.

Warum haben Sie Ihren jetzigen Beruf gewählt und sich für die Fintech Branche entschieden?

Mit dem generellen Thema Startup kam ich schon sehr früh in Berührung. In Berlin habe ich im Rahmen meines dualen Finance Studiums in einer Bank gearbeitet. Damals merkte ich schnell, dass mir die Prozesse dort veraltet und ineffizient vorkommen.

Wieso muss sich zum Beispiel ein Kunde für die einfachsten Empfehlungen zu Finanzprodukten einen Termin machen, sich freinehmen und dann zur Bank kommen? Das kostet für beide Seiten Zeit. Und so habe ich im Jahr 2016 begonnen, einen digitalen Bankberater zu schaffen, der automatisiert von zu Hause aus Finanzprodukte empfiehlt. Auch wenn ich die Idee letztendlich nicht realisieren konnte, hatte ich Blut geleckt, was die Schaffung von innovativen Produkten angeht, die unser Leben leichter machen.

Finanzen ist ein Thema, dass uns tagtäglich beschäftigt. Für viele ist das ein rotes Tuch, doch jeder muss sich damit befassen. Umso wertvoller ist es, dass wir in diesem Bereich mit Hilfe von Innovation einfache Lösungen schaffen können, die unser aller Leben erleichtern – und das fasziniert mich.

So kam es zu unserer jetzigen Geschäftsidee: Eine Plattform, die allen Studierenden ein finanziell sorgenfreies Studium ermöglicht. Die Plattform aggregiert dafür die größten Finanzierungsprodukte – von langfristigem bis hin zum täglichen Bedarf – für das Studium. Über uns kann man zum Beispiel einfach BAföG beantragen oder einen Studienkredit anfragen, ohne sich selbst ewig lange mit der Beschaffung von Informationen beschäftigen zu müssen. Damit schaffen wir der Generation initial einen einfachen Weg zum selbstständigen Leben.

Gab es Zeiten, an denen Sie an Ihnen als Unternehmer gezweifelt haben?

Auf jeden Fall. Ich würde es jedoch eher als kritisches Hinterfragen bezeichnen und das ist in meinen Augen nicht negativ, sondern eine Grundvoraussetzung, um über sich hinauszuwachsen. Nur wenn man seine Schwächen anerkennt und immer wieder an diesen arbeitet, kann man auch besser werden.

Welche Eigenschaften sind am wichtigsten, um beruflich erfolgreich zu sein?

Durchhaltevermögen, Resilienz und der unerschütterliche Wille, sich täglich verbessern zu wollen.

Welches Buch oder welche Person hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Das Buch “The lean product playbook” von Dan Olsen würde mir da spontan einfallen. Darin beschreibt er, was es braucht, um möglichst erfolgreich neue Produkte zu schaffen. Das hat mir auch für meine tägliche Arbeit geholfen.

Eine Person, die mich persönlich sehr prägt in meiner Denkweise ist Philipp Klöckner. Er ist eine Person mit einer ganz eigenen, frischen Herangehensweise und unheimlich analytischen Ansicht. Er erkennt Probleme, bei denen die meisten sich nicht einmal hinterfragen. Das ist eine wirklich große Hilfe, gerade bei neuen Pfaden, die ich erkunden und verstehen will.

Was war das größte Erfolgserlebnis, das Sie bisher hatten?

Ich muss sagen, wenn ich an ein Erfolgserlebnis denke, denke ich nicht an DEN einen Moment. Für mich ist es immer wieder ein Erfolgsmoment, wenn ich Unterstützung und Wertschätzung von Personen selbst Gesellschaftern aus dem eigenen Umfeld erhalte, auch wenn es mal nicht so gut läuft.

Das bedeutet für mich, dass sie an mich und meine Arbeit glauben und nicht nur an den kurzfristigen Erfolg. Genaue diese Form von Support bedeutet mir sehr viel.

Gibt es internationale Unternehmer*innen, mit denen Sie sich vergleichen oder von denen Sie lernen?

Der Gründer von Superhuman, Rahul Vohra, ist unglaublich inspirierend. Er hat die Definition von Product Market Fit pragmatisch gelöst, indem er sie messbar gemacht hat. Ein für mich besonders interessanter Schritt war, dass er die ersten Anwender seines Produktes segmentiert hat, unter anderem in besonders “qualifizierte” Nutzer, die wirklich von der Lösung begeistert sind. Er stellt dabei die einfache Frage, wie traurig der Nutzer wäre, wenn das Produkt nicht weiter zur Verfügung stünde. Der Product Market Fit ist dann erreicht, wenn mind. 40 % der Befragten “very disappointed” sind.

Welche Marketing-Tools sind, aus Ihrer Sicht die effektivsten, um ein Unternehmen erfolgreich am Markt zu positionieren?

Zunächst ist es wichtig, seine Zielgruppe und deren Bedürfnisse zu kennen, um genau auf diese Personen und deren Bedarf das Marketing auszurichten. Wir müssen Personen erreichen, die unser Produkt sehen und sich denken: Das ist genau für mich gemacht!

Wie sieht die perfekte Wohnung, der ideale Rückzugsort für Sie aus?

Vor allem clean – viele Bücher und meine Freundin ist dort.

Gibt es noch berufliche Ziele, die Sie erreichen möchten?

Für mich gibt es beruflich nicht DAS Endziel. Ich sehe eher den Weg als das Ziel und dass ich unterwegs immer besser werde, weiter vorankomme, dazulerne und mich sowie mein Umfeld verbessere.


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