Andreas von Thien – Journalist und RTL Fernsehmoderator

andreas von thien

Andreas von Thien ist Journalist, RTL-Sportmoderator und Leiter des Sportressorts bei infoNetwork. Im Karriere-Interview mit MANAGERS WAY spricht Andreas von Thien über seine Schulzeit und ersten Berufswunsch, berufliche Herausforderungen und seine persönlichen Ziele.


MANAGERS WAY: Mit welchen drei Worten würden Sie sich selbst beschreiben?

Andreas von Thien: Zielstrebig, zuverlässig, Familienmensch.

Waren Sie ein guter Schüler? Und was war ihr Traumberuf während der Schulzeit?

In der Schulzeit lief es rund bei mir. Meine Eltern hatten viel Freude. Ich war fleißig und wusste früh, dass ich vor allem fürs Leben lerne. Schon als Kind wollte ich unbedingt Sportreporter werden; da bin ich geprägt durch meinen Vater, der mehr als 50 Jahre Box-Trainer war. In der Schulzeit habe ich schon kleinere Meldungen für die Lokalseite der Ostsee Zeitung in meiner Heimatstadt Wismar geschrieben. Es musste wahrscheinlich alles so kommen. Aber ich hatte auch einen Plan B in der Tasche. Wenn es mit dem Journalistik-Studium nicht geklappt hätte, wäre ich wahrscheinlich Lehrer geworden. Für Sport und Geografie oder Geschichte.

Was begeistert Sie am meisten an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich habe seit drei Jahrzehnten ein spannendes und sehr erfülltes Berufsleben bei RTL. Manchmal muss ich mich selbst kneifen, die Zeit verging wie im Flug. Ich darf jeden Tag über Sport reden, diskutieren, streiten. Und ich darf seit vielen Jahren ein tolles und schlagkräftiges Team führen. Da kommt keine Langeweile auf. Dafür bin ich sehr dankbar.

Welche konkrete Entscheidung aus Ihrer bisherigen Karriere würden Sie heute anders treffen?

Rückblickend wundere ich mich auch manchmal, dass gefühlt fast alles in die richtige Richtung gelaufen ist. Bei den meisten Entscheidungen hatte ich ein gutes Händchen, das Umfeld passte, manchmal kam auch ein Quäntchen Glück dazu. Aber natürlich kann nicht alles immer perfekt sein. Ich zitiere da gerne Udo Lindenberg: “Wenn ich nochmal von vorne starten könnte, ich würde alles so machen und gar nichts raus tun, denn so ein blaues Auge gehört ja irgendwie dazu.”

Welche Eigenschaften sind am wichtigsten, um beruflich erfolgreich zu sein?

Motivation, Leidenschaft und Teamfähigkeit sind besonders wichtig. Ebenso die Bereitschaft, sich immer wieder zu verändern und weiterzuentwickeln. Und wenn es mal haarig wird, hilft oft eine Spur Gelassenheit weiter, in meinem Fall die norddeutsche… Humor ist auch immer eine gute Option.


Welches Buch oder welche Person hat Sie am meisten beeinflusst und warum?

Es gibt bei mir nicht das eine Buch oder die eine Person. Meine Eltern haben mich sehr geprägt und mich ermutigt, offen, respektvoll und engagiert durch die Welt zu gehen. Muhammad Ali fasziniert mich seit Kindheitstagen und bis heute. Ich habe immer versucht, mir von Freunden oder Weg-Begleitern etwas abzuschauen. Und ein Buch fällt mir dann doch ein: „Im Westen nichts Neues“ von Remarque. Zum Glück ist mir und uns das Grauen des Krieges erspart geblieben.

Welcher Moment war einer der wichtigsten in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Als Zeitungsreporter hatte ich 1992 das Angebot erhalten, beim RTL-Frühstücksfernsehen einzusteigen. Vom TV hatte ich damals keine Ahnung. Ich habe gedacht, das klingt spannend. Dann mache ich das jetzt mal. Es ging direkt ab in die Nachtschicht, learning by doing. Nach ein paar Monaten durfte, oder besser gesagt musste ich zum Moderieren ran. Es war kein anderer da. Mit jeder Herausforderung ging es vorwärts bei mir.

Mit welchen Aktivitäten schaffen Sie sich einen Ausgleich zum Berufsalltag?

Meine Familie ist mir heilig. Ich liebe meine Frau und meine Kinder. Insofern ist jedes Familienprogramm ein Super-Ausgleich zum oft stressigen Job. Sport gehört bei mir auch immer dazu, Joggen, Tennis, Radfahren, Hauptsache Bewegung. Und Wandern! Der perfekte Ausgleich gerade in der Corona-Zeit. Meine Lieben daheim sagen immer, ich muss immer irgendwas machen. So bin ich halt. Hoffentlich können wir bald wieder reisen.

Welche Aus- oder Weiterbildung war die effektivste und sinnvollste für Ihre Karriere?

Alles bringt einen weiter. Jedes Seminar, jedes Coaching, jede Reporterschulung. Was mir unheimlich viel gebracht hat, war das Coaching mit Sportreporter-Legende Ernst Huberty – sowohl für den Job als auch für den Geist und die Einstellung zum Leben. Das möchte ich nicht missen!



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Gibt es noch berufliche Ziele, die Sie erreichen möchten oder Projekte, die Ihnen am Herzen liegen?

Wir sind gerade in einer heißen Change-Phase und bauen kräftig um. Unsere neue Firma RTL News steht in den Startlöchern, sie soll die schlagkräftigste journalistische Unit für crossmediale Nachrichten, Infotainment, investigativen Journalismus sowie Dokutainment in Deutschland werden. Und da spielt der Sport natürlich eine große Rolle. Wir sind gerade dabei, die Einheiten gut zusammenzuführen. Ein persönliches, sportliches Ziel habe ich auch noch: Ich möchte unbedingt mal mit dem Rad eine Tour de France-Etappe fahren, am liebsten hoch nach Alpe d´Huez.

Foto: imago images / Horst Galuschka


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